Jahresrückblick 2006

Die Jahre vergehen! Geblieben ist nur die Erinnerung an viele schöne und interessante Höhlenerlebnisse auch im Jahr 2006. Damit diese Erinnerung nicht zu schnell verblasst, hier eine Zusammenfassung.

Forschungen

Tennengebirge:
Es verwundert sicher nicht, dass unsere Forschungen im Tennengebirge auch im abgelaufen Jahr im Mittelpunkt aller Aktivitäten standen. Dabei konnten etwa 2300m Höhlengänge erfasst und dokumentiert werden. Das Schneeloch (1511/7) wächst weiter, im Jahr 2006 um 1765m auf eine neue Gesamtlänge von 7771m. Dabei konnte der neu entdeckte Brillenschacht (1511/7-4 + 7-5) vollständig bearbeitet und mit dem Schneeloch verbunden werden. Auch der Murenschacht (1511/...) ist 2006 entdeckt worden, wurde auf 434m Länge und 58m Tiefe vermessen. Der Anschluß an das nahegelegene Schneeloch (Bereich Schlangenschlund 1511/866) gelang jedoch (noch) nicht.
Die Bearbeitung div. neuer Kleinhöhlen im Forschungsgebiet (Irrtumsschacht, Kegelbahn, Pyramidenschacht) rundete unser Programm ab.


Forschungsteilnehmer 2006 (Foto: Dirk)

Nicht weit entfernt vom Schneeloch forscht der Landesverein für Höhlenkunde in Salzburg seit Jahren in der Gamskar-Eishöhle.
Und auch im Sandkar organisiert der Salzburger Verein eine jährliche Forschungswoche. Der Schwerpunkt der Arbeiten lag hier auf einer mehrtägigen Biwak- Forschungs-Tour in der Offbarungs- Eishöhle (1511/666). An beiden Forschungsprojekten beteiligte sich ein Mitglied.

Hagengebirge:
Im Herbst 2006 wurde von Salzburger Forschern eine mehrtägige Forschungstour in die Tantalhöhle (1335/30) organisiert. Auch daran nahm oben genanntes Mitglied teil.

Steinernes Meer, Leiterkopf:
Die jährliche Forschungswoche des VHM am Leiterkopf fand vom 19.-25.8.2006 statt. Die Forschungen konzentrierten sich auf den Schneebläser (1331/43) der einen Längenzuwachs von ca. 370m auf nun etwa 1600m Gesamtlänge zu verzeichnen hat. Auch hier war das gleiche Mitglied mit von der Partie.

Fränkische Schweiz:
Im Frühjahr 2006 wurde das Projekt „Neubearbeitung der Schachthöhle bei Weidensees (D-76a)“ begonnen. Es gab die notwendigen Sondierungsgespräche, erste Erkundungstouren und auch mit der Vermessung wurde begonnen. Der Abschluß der Arbeiten wird für das Jahr 2007 angestrebt. Immerhin, hier mischten 3 Mitglieder mit.



Auslandsfahrten

Wie beinahe in jedem Jahr, so auch 2006: Anfang Januar verschlug es uns für eine Woche nach Frankreich ins Doubs. Zahlreiche Freunde nahmen daran teil und erfreuten sich an den Wasserspielen.


Nach einer Woche Doubs: Alle sichtlich erholt (Foto: Mirjam)

Im Februar erfolgte die Invasion des Lamprechtsofens, als eine etwa 20 Mann starke Gruppe die Höhle unsicher machte.
Ebenfalls im Februar hatte ein Mitglied einen längeren Aufenthalt in England und besuchte dabei einige Höhlen, u.a. das über 70 km lange Easegill-System.

Vom 20.-27.5.2006 ging es nach Slowenien, wieder gab es einen abwechslungsreichen Höhlenurlaub und mit der Befahrung der Kacna Jama einen für viele unvergessenes Höhepunkt.
Doch die Krönung sollte im Juli folgen, als ein 5 Mann starkes Vorkommando der geplanten Expedition „Gouffre Berger 2007“ erstmals den unter Höhlenforschern heiligen Boden des Vercors betreten konnte. Eine Woche hatten wir Zeit uns mit dieser einmaligen Karstlandschaft zu befassen und viele außergewöhnliche Höhlen kennen zu lernen.


Das gewaltigste Portal Europas: Grotte de Bournillon (Foto: A. Endlich)


Sonstige Aktivitäten

Veranstaltungen aller Art wurden auch im abgelaufenen Jahr mit grossen Interesse besucht.
Auch unser Speleowochenende fand wieder statt, diesmal bei ungünstigen Wetterbedingungen am letzten Aprilwochenende. Zahlreiche Freunde und Gäste hatten den Weg zu uns gefunden, sogar ein Schweizer war dabei. Danke, auch nochmals an dieser Stelle für die ermöglichten Höhlenführungen.


Teilnehmer der Zoolithenhöhlenführung (Foto: Dirk)


Sonstige Aktivitäten

Das Weihnachtsfest fand wie jedes Jahr im vertrauten Umfeld statt, und endete erst im „Morgengrauen“.
Unser zweites Gruppenheftchen konnte Ende März fertiggestellt werden und hat eine recht positive Resonanz erfahren.
Die Zahl der Mitglieder blieb 2006 konstant.

Autor: Frank Schlöffel